montag 05.11.2007
schrottgrenze
Nennt man das hier Erwachsenwerden? Ist das etwa eines der Symptome?
Und
wenn ja, warum hat die Sache mit dem Reiferwerden, dem
Groß-und-stark-Sein im Rock’n’Roll-Kontext nur
so einen zweifelhaften Klang?
Vielleicht deshalb, weil es sowieso völlig am Kern der Angelegenheit
vorbeiginge, wenn wir jetzt behaupten würden: Die Band Schrottgrenze
wird mit dieser Platte endgültig erwachsen. Bei Musik funktioniert
das
nämlich ganz anders als bei Menschen. Wenn sich Musik weiterentwickelt,
dann ist das eine Frage von fortgeschrittenem Design. Eine Frage
des
Dazulernens auf allen offenen Kanälen. Vielleicht auch eine
Frage der
verbesserten Sehschärfe – es soll ja auch Leute geben,
die zwar eine
Vision haben, aber zu kurzsichtig sind, um sie richtig zu erkennen.
Und
es gibt Leute wie die vier von Schrottgrenze, bei denen über
die vielen
Jahre des Band-Bestehens (2007 werden es 13!) sich immer mal wieder
eine
neue Vision über die alte geschoben hat. Das man dabei erwachsener
wird,
lässt sich kaum vermeiden. Man wird ja auch innen röter,
wenn man
Erdbeeren isst.
„
Schrottism“, das insgesamt sechste Album der Band, hat ja
schon im
Titel den salopp gestellten Anspruch: Dies könnte ihr Manifest
sein, in
dem auch all das irgendwie enthalten ist, was vorher war, „die
Welt
durch die Augen von“, das Prinzip Schrott, geordnet nach
den
entscheidenden Punkten. Und obwohl die Band protestieren würde,
wenn man
dies als ihr Schlüsselalbum bezeichnen würde, weil sie
naturgemäß fast
alle Platten gleich lieb haben – „Schrottism“ ist
zweifellos die Platte,
die Schrottgrenze endlich in den Kosmos der großen deutschen
Rockbands
befördern wird. Auch das ist ein Zeichen der Reife: Heute
hätten sie
auch nichts mehr dagegen, dort mal anzukommen. „
Schrottism“ kommt jetzt, mit zwölf, vom Großmeister
Tobias Levin
(Kante, Tocotronic, 100 andere tolle Bands und auch schon „Château
Schrottgrenze“!) gemischten Songs, nicht nur wie aus der
Pistole
geschossen, der Herbst bringt auch gleich die passende Tournee.
link zur homepage der Bands: www.schrottgrenze.de / www.myspace.com/schrottgrenze
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